Wer wir sind, was wir tun und wohin wir wollen

Die „grün*alternative linke“ tritt in diesem Jahr zum dritten Mal zur Wahl des Studierendenparlaments (StuPa) der Universität Bielefeld an.
Das StuPa ist das höchste beschlussfassende und gesetzlich verankerte Gremium der Studierendenschaft an der Hochschule. Es legt den Rahmen für die Arbeit der weiteren Gremien der Studierendenschaft (Fachschaften, AStA, AGen) fest. Dies tut es beispielsweise mit dem jährlichen Haushaltsplan, der die Verwendung der Mittel aus dem Sozialbeitrag regelt.
Wir Mitglieder der g*al sind hochschulpolitisch Aktive mit reichlich Erfahrung im StuPa, Kommissionen und Gremien der Hochschule wie der Studierendenschaft, AStA, Freiräumen, Fachschaften und anderen Hochschulgruppe. Zudem teilen wir die Lust am Umsetzen von Ideen und Projekten. Für uns ist die Uni kein eigener Kosmos. Studierende sind ein Teil der Gesellschaft. Daher beziehen wir – neben typisch hochschulpolitischen Themen – auch Positionen zu generellen Fragen wie z.B. Bildung, Ökologie, Datenschutz, Wirtschaft, Antifaschismus, Chancengleichheit, (Anti-)Rassismus und (Anti-)Sexismus.
Wir sind der Überzeugung, dass es sehr viel mehr als nur parlamentarische Politik braucht, damit diese Gesellschaft lebenswerter für alle wird. Weil Studierende Individuen mit ganz unterschiedlichen Perspektiven, Problemlagen und Bedürfnissen sind, bedarf es möglichst vieler Menschen die sich einbringen und mit anpacken, damit die Welt von heute spätestens morgen lebenswerter wird. Unser Ziel ist deshalb die Stärkung studentischer Selbstverwaltung und die aktive Teilnahme und Berücksichtigung möglichst vieler Studierender – im StuPa, in AGen, in Projekten und überall.
Wir verstehen uns als kritische Gruppe und wollen mit einer linken und emanzipatorischen Perspektive Staub aufwirbeln. Mit Durchhaltevermögen und nicht selten einer guten Portion Sarkasmus wollen wir dem alt-eingesessenen Muff mancher Herr_schaften und Sesselpupser_innen unbequem werden. Damit die Zustände besser werden – eine grün-linke Alternative sozusagen.

StuPa-Wahl: 25. Juni – 29. Juli 2012

Liste 8 – die grün*alternative linke wählen

Lernräume an allen Ecken

Beton, Glas, Metall – imposant, grau, manchmal bedrückend – die Uni Bielefeld. Bunt und offen wirkt meist nur die Unihalle, wenn sie von studentischen Intitiativen bevölkert wird. Abseits lädt nicht Vieles zum Wohlfühlen ein. Als „Lernfabrik“ konzipiert, ist sie es auch noch vierzig Jahre später – eine mensa-fließband-mäßige Fabrik. Hinter dem Anspruch, ein offener Ort des kritischen Austausches zu sein, bleibt sie zurück, auch wenn die Marketingmaschinierie des Rektorats gerne vom Ort zum Querdenken spricht.
Die in den letzten Jahren hervorgebrachten baulichen Neuerungen sind ein Schritt in die richtige Richtung. Mehr Sitzplätze in der Unihalle, Tische und Hocker auf der Galerie vorm AudiMax und am WestEnd, Steckdosen zum längeren Arbeiten mit dem Notebook und der „Lernort B1″ in der Bibliothek mit Sofas, Sitzsäcken, Stehtischen und mehr. Aber auch in didaktischen Konzepten, in der Struktur von Studium, Forschung, Lernen und Lehren – kurz: überall in der Uni muss sich etwas tun.
Die grün*alternative linke wird sich auch weiterhin dafür einsetzten, dass sich die Uni für die Hauptnutzer_innen – die Student_innen – deutlich verbessert, so dass bald vom AudiMax im Osten bis zum WestEnd graue Flächen verschwinden und die Uni mit mehr Leben gefüllt wird. Frischer Wind für die Uni Bielefeld! – grün, alternativ, links!

Hochschulsport bleibt kostenfrei

Mit einer breiten Auswahl an Kursen bietet der Hochschulsport in Bielefeld ein gutes Angebot für Studierende der Universiät und der Fachhochschule, die neben dem Studium Sport treiben wollen. Er zeichnet sich insbesondere durch einen weitgehend offenen Zugang ohne Hürden aus. Das Sportangebot wird vor allem durch Landesmittel und durch finanzielle Unterstützung der Studierendenschaft der Universität Bielefeld ermöglicht – ein Teil des Sozialbeitrages geht direkt an den Hochschulsport. Einige der Kurse sind stark nachgefragt. Momentan scheint aber die Ausweitung des Angebots aufgrund nicht vorhandener Gelder nicht mehr möglich zu sein. Zur Diskussion steht nun, neue Kurse durch Gebühren (etwa 15 € pro Kurs) zu finanzieren. Wir von der g*al lehnen diese Idee ab. Die Besonderheit des Bielefelder Hochschulsports besteht gerade darin, dass alle Studierenden jederzeit aus dem breiten Kursangebot wählen können. Die Einführung von Gebüren steht diesem Grundsatz entgegen. Daher wird sich die g*al eher für eine Erhöhung des Beitrages der Studierendenschaft am Hochschulsport um wenige Cents einsetzen, um das bestehende Kursangebot auszuweiten.

Der Bologna-Prozess und die Festung Europa

Die Bildungs- und Kultusminister_innen Europas loben den Bologna-Prozess und das BA/MA-System als weltweiten Erfolg und Beispiel für grenzüberschreitende Kooperation und verbesserte Mobilität. Tatsächlich dienen der Bologna-Prozess wie auch das Schengen-Abkommen dazu, die Freizügigkeit der Bürger_innen innerhalb der EU auszubauen. Die EU operiert jedoch mit zweierlei Maß: Die „Festung Europa“ lässt nur die Menschen rein, die ihr „nützlich“ und ökonomisch verwertbar erscheinen. Flüchtlinge und Migrant_innen stoppt sie schon an ihren Außengrenzen durch die Schiffe und Zäune und die eigene martialische Grenzpolizei FRONTEX, bürokratische und finanzielle Hürden. Einmal angekommen erhalten die wenigsten der nach Schutz, Zuflucht oder persönlicher Entfaltung Suchenden die nötige Hilfe und Unterstützung. Internationale Studierende werden durch kostenpflichtige Sprachprüfungen und Begutachtungen ihrer Hochschulzugangsberechtigung sowie der geheimdienstlichen Sicherheitsüberprüfung diskriminiert. Vielen droht nach Abschluss ihres Studiums erneut die Ausweisung bzw. Abschiebung. Tatsächlich also gilt die freie Mobilität im Europäischen Bildungsraum nur für eine gesellschaftliche Minderheit, bestehend aus Studierenden aus den privilegierten Ländern der EU.
Es gilt daher, sich der systematischen Exklusion, den dahinter stehenden diskriminierenden Denkmustern und rassistischen Sondergesetzten entgegenzustellen! Gegen Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung. Wir finden: Wer kommen will, soll kommen können! Wer bleiben will, soll bleiben dürfen! – Wir bleiben alle wo wir wollen!

Sexismus lauert in jedem Zahn

Je höher es auf der Karriereleiter aufwärts geht, desto weiter geht es bergab mit der Gleichstellung der Geschlechter. Die Uni Bielefeld ist da keine Ausnahme: Zwar übersteigt die Zahl der Studienanfängerinnen seit wenigen Jahren die der Studienanfänger, dennoch waren 2009 nur 47 von 292 Lehrstühlen (also 20,9%) mit Frauen* besetzt. Frauen* werden während ihrer Ausbildung tendenziell weniger gefördert (z.B. durch informelle Netzwerke und Seilschaften), erfahren wesentlich häufiger Sexismus, sexualisierte Gewalt und Diskriminierung auf Grund ihres Geschlechts. Der hierarchische Aufbau einer Universität vermag daran nichts zu ändern, im Gegenteil: ein trauriges, pressewirksames Beispiel von Machtmissbrauch und dem Vorwurf sexualisierter Gewalt durch einen Professor gab es im vorletzten Jahr auch in Bielefeld. Zu einem weiteren Fall sexistischen Verhaltens, der als beispielhaft gelten kann, kam es bei einer Sitzung der „Westfälisch-Lippischen Universitätsgesellschaft“ (WLUG), einer Art patriarchischer Förderverein für die Uni. Dort hieß es, das Frauen*-Cafe Anaconda könne nicht für studentisches Engagement prämiert werden, da Frauen* die Universität nicht so präsent repräsentieren könnten.
Ein Großteil nicht bezahlter Arbeit (Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, usw.) wird von Frauen* geleistet und zugleich wird 100 % Einsatz für die Karriere verlangt. Gleichzeitig ist ein Großteil weniger gut bezahlter Stellen wie z.B. Sekretariate durch Frauen* besetzt.
All das geschieht, weil in dieser Gesellschaft Menschen zu Männern und Frauen* gemacht werden, diesen binären Geschlechterschubladen Eigenschaften zugeschrieben und Aufgaben aufgebürdet werden. Das ist zwar ziemlicher Quatsch, trotzdem müssen wir alle uns damit auseinandersetzen, um das Schema zu durchbrechen, um allen Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Klasse gleiche Entwicklung, Entfaltung und Teilhabe zu ermöglichen. Wir haben keinen Bock auf Sexismus, Machtmissbrauch und Geschlechterrollen!

(„Frauen*“ nutzen wir als politischen Begriff, nicht in einem biologistischen Sinn)

Datenschutz oder: Unileaks lässt grüßen

Immer wieder hören wir von Fällen, in denen Daten geklaut, verkauft oder ausspioniert werden und das sogar von staatlicher Seite (z.B. Vorratsdatenspeicherung oder Funkzellenortungen bei Demos gegen Rechts). Du hast ein Semesterticket, du hast eine Mensa-Karte, du hast eine Matrikelnummer? Hast du vielleicht auch einen Nebenjob und deine Sozialversicherungsdaten werden an eine zentrale Datensammelstelle (ELENA) weitergegeben? Auch schon mal eine Anwesensheitsliste unterschrieben, auf der Name, Matrikelnummer, Adresse und Telefonnummer für alle einsehbar standen? Einkäufe in der Cafeteria, deine Bücherausleihe, deine Druckaufträge? Wer hat aber auf diese Daten Zugriff und wie sicher sind die Daten vor dem Zugriff Dritter? Es gibt überall eine Menge Defizite und undichte Stellen. Wir setzen uns dafür ein, dass nur das wirklich erforderliche Minimum deiner Daten erhoben und so anonym und sicher wie möglich gespeichert wird.

Studierendenfutter für alle!

Seit einer Weile gibt es in der Mensa fast jeden Tag zumindest ein veganes/lactosefreies bzw. glutenfreies Gericht, das auch als solches gekennzeichnet ist. Das finden wir super, engagieren wir uns doch schon seit langem dafür! Trotzdem sieht man vielen angebotenen Speisen in Mensa und Cafeteria noch immer nicht an, was in ihnen steckt. Zusatzstoffe verleihen den Lebensmitteln auf günstigem Wege Eigenschaften wie eine verlängerte Haltbarkeit, besseres Mundgefühl oder erhöhte Stabilität. Zwar ist ein Großteil der zugelassenen Zusatzstoffe gesundheitlich unbedenklich, trotzdem gibt es viele Gründe warum manche bestimmte Zutaten nicht essen können oder wollen: Unverträglichkeiten gegen Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Lactose oder Fructose, Allergien gegen Gluten, Erdnüsse oder Sellerie oder aber der bewusste Verzicht z.B. auf tierische Produkte bei vegetarischer und veganer Ernährung.
Wir finden: Verbraucher_innen müssen wissen, was im Essen steckt um eine fundierte Entscheidung über die Speisewahl treffen zu können. Daher fordern wir die flächendeckende Kennzeichnung von Lebensmittelzusatzstoffen, enthaltenen Allergenen und Kennzeichnung veganer Speisen in der Mensa. Außerdem fänden wir ein größeres Angebot veganer/vegetarischer Speisen und Getränke in der Cafeteria und Sojamilch an den Kaffeeständen noch viel besser!

Gremien & Mitbestimmung – Kritik und Legitimation

Vom 28. Juni bis zum 02. Juli 2010 haben alle Studierenden die Möglichkeit das Studierendenparlament (StuPa) zu wählen. Das StuPa wählt anschließend den Allgemeinen Studierenden Ausschuss (AStA), beschließt den Haushalt und verfasst Resolutionen.

Der eben erwähnte AStA kümmert sich um alle Belange der Studierenden. Wenn du also ein Problem hast, bekommst du dort Hilfe. Wenn du ein Projekt / eine Veranstaltung planst, kannst du beim AStA Geld dafür zu beantragen. Es geht also bei diesen Wahlen darum, was für Menschen du in das StuPa wählst und welches Selbstverständnis diese von ihrer politischen Arbeit innerhalb und außerhalb des StuPa haben.

Wir möchten uns im StuPa beteiligen, weil wir für einen handlungsfähigen und politischen AStA eintreten, der sich aktiv für die Belange der Studierenden einsetzt. Und wir möchten mit entscheiden, was mit über sechs Millionen Euro (in Zahlen: 6.000.000 €) passiert, die jährlich im Haushalt der Studierendenschaft verplant werden.

In den letzten Jahren gab es eine StuPa-Koalition (Jusos, Grüne Hochschulgruppe, Kompass, Chronisch Schwule Union) mit deren Beschlüssen wir oft nicht einverstanden waren und sind. Dazu gehört insbesondere die mangelnde Transparenz, mit der Beschlüsse und Entscheidungen (nicht) publik gemacht wurden – und das, obwohl die Funktionär_innen behaupten im Namen der Studierenden zu sprechen und zu entscheiden.

Die eigentliche Funktion von Studierenden in den meisten Universitätsgremien ist nicht die gleichberechtigte Teilhabe, sondern die Legitimation undemokratischer Verhältnisse. Besonders gutes Beispiel dafür ist die Vergabe von Studiengebühren in den sogenannten Beitragskommissionen. Eine Mitarbeit in derartigen Gremien unterstellt, dass es überhaupt eine sinnvolle Vergabe und damit auch gerechtfertigte Erhebung von Studiengebühren gibt. Die Hochschulleitung kann sich darauf ausruhen, dass die Studierenden doch „auf eigenen Wunsch“ und in einem „demokratischen Prozess“ mitentscheiden.

Im Senat sitzen Mitglieder aus allen universitären Statusgruppen (also Studierende, nichtwissenschaftliche Mitarbeiter_innen, wissenschaftliche Mitarbeiter_innen und Professor_innen), aber das Verhältnis zwischen diesen Gruppen ist nicht gleich, wenn Professor_innen mit 12 Sitzen die absolute Mehrheit zusteht, aber nur 4 Studierende vorgesehen sind. Weil die Professor_innen sich bei wichtigen Beschlüssen z.B. über Studiengebühren grundsätzlich absprechen, haben Studierende systematisch keine Chance.

Der Hochschulrat – nein den dürft ihr nicht wählen! Der wählt sich selbst, tagt unter Ausschluss der Öffentlichkeit und ist nun zur Hälfte mit Externen besetzt, die keine Ahnung von örtlichen universitären Zusammenhängen und Strukturen haben – ganz zu schweigen von den Belangen der Studierenden.

Wir lehnen die Legitimation von Herrschaftsstrukturen durch Mitarbeit in diesen Gremien ab. Studierende haben keine Feigenblattfunktion. Wenn wir mit entscheiden, dann auf Augenhöhe. Darum fordern wir eine paritätische Umstrukturierung der universitären Gremien, die allen Statusgruppen die gleiche Stimmmenge garantiert.

Uni und Gesellschaft

Die Universität und die an ihr beteiligten Menschen schweben nicht im luftleeren Raum. Die Metapher der Universität als ein Elfenbeinturm ist kein anzustrebendes Vorbild, sondern ein zu bekämpfendes Übel. Die Mitglieder der Universität sind ein Teil der Gesellschaft, sie sind vielfältig mit dieser verstrickt. Neben der „Funktion“ innerhalb des universitären Betriebes sind alle Menschen auch noch Teil verschiedenster sozialer Beziehungen (Familienangehörige, Arbeitnehmer_innen, Freund_innen, Lehrende, Lernende, Konsument_innen, „Unternehmer_innnen ihrer/seiner selbst“, etc.), die unterschiedlichste Anforderungen an sie stellen.

Diese Bereiche zu reflektieren, zu kritisieren und zu vereinen muss auch Aufgabe der Universität sein. Es darf keine universitäre „Parallelgesellschaft“ geben, die nicht mehr in der Lage ist ihr Wirken und ihre Position innerhalb der Gesellschaft wahrzunehmen und zu reflektieren. Die „Parallelgesellschaft“ Finanzwirtschaft demonstriert(e) bereits sehr anschaulich, was passiert, wenn ein Teil der Gesellschaft vergisst, dass er zu ihr gehört. (Ähnlich dem Desaster das wir repräsentative Demokratie, bzw. Interessenvertretung nennen.)

Die Universität muss stärkeren Anschluss an die Gesellschaft suchen, sie muss sich als Teil der Gesellschaft allen Teilen der Gesellschaft öffnen, nicht nur hinsichtlich eines möglichen Studiums, sondern auch hinsichtlich der Kommunikation, Vernetzung und Solidarität.

Für freie Bildung!

Bildung kann und muss unter allen Umständen jeder Person im gleichen Maße zur Verfügung stehen. Diese Tatsache darf beispielsweise nicht durch die Erhebung von Studiengebühren beschränkt werden. Die Proteste, welche durch die zunehmende Ökonomisierung der Uni und anderer Bildungseinrichtungen hervorgerufen wurden, müssen aufrecht erhalten und intensiviert werden.

Eins der wichtigsten Ziele der Hochschulpolitik muss es sein, den freien Zugang zu jeder Art von Bildung zu fordern und auf dieses Ziel hin zu arbeiten. Auch das Rektorat muss an dieser Stelle mit den Studierenden zusammen arbeiten und nicht gegen sie.

Durch eine öffentliche Finanzierung und die Abschaffung von Bildungsgebühren kann soziale Gerechtigkeit praktiziert und die Bildung von Eliten aufgehalten werden.

Die „g*al“ will sich dafür einsetzen, dass in Zukunft Worte wie „sozial“ und „gerecht“ im Zusammenhang mit dem Bildungssystem keine Fremdwörter bleiben, sondern mit einer Selbstverständlichkeit benutzt werden, wie es eigentlich üblich sein sollte.

Freie Software, freies Wissen – freie Gesellschaft

Die freie Enzyklopädie Wikipedia, OpenStreetMap oder Linux sind bekannte Beispiele und stehen in der Tradition der OpenSource-Bewegung. Frei heißt nicht nur, dass die Inhalte kostenlos zu beziehen sind. Die freie Lizenzierung erlaubt allen Menschen diese Inhalte zu kopieren, zu verteilen und sogar weiterzuentwickeln.

Freies Wissen kann durch die nicht kommerzielle Verbreitung einen Beitrag für eine freie Gesellschaft leisten. Zum Beispiel werden Forschungsergebnisse nicht mehr nur in renommierten und teuren Zeitschriften publiziert und sind somit nur für finanziell gut ausgestattete Menschen zu haben, sondern sie werden öffentlich im Internet publiziert und somit anschlussfähig für weitere Autor_innen und Forschungen.

Vielfalt und Wissen gehört allen. ALLES für ALLE!

www.wissensallmende.de

Geschlechtergedöns – Diskriminierung und Sexismus sind scheiße!

Je höher es auf der Karriereleiter aufwärts geht, desto weiter geht es bergab mit der Gleichstellung und der Frauenanteil schwindet. So übersteigt die Zahl der Studienanfängerinnen insgesamt seit wenigen Jahren die der Studienanfänger, dennoch waren 2009 nur 47 von 292 Professuren (entspricht 20,9%) an der Uni Bielefeld mit Frauen besetzt.

Frauen werden tendenziell weniger gefördert (z.B. durch informelle Netzwerke und Seilschaften), erfahren wesentlich häufiger Sexismus und sexualisierte Gewalt und Diskriminierung auf Grund ihres Geschlechts. Ein Großteil nicht bezahlter Arbeit (Hausarbeit, Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, usw.) wird von Frauen geleistet, zugleich 100% Einsatz für die Karriere verlangt. Gleichzeitig sind fast alle schlechter bezahlten Stellen mit „einfachen“ Aufgaben wie z.B. Sekretariate durch Frauen besetzt.

All das geschieht, weil in dieser Gesellschaft Menschen zu Männern und Frauen gemacht werden, diesen binären Geschlechtern Eigenschaften zugeschrieben und Aufgaben aufgebürdet werden. Das ist zwar ziemlicher Quatsch, trotzdem müssen wir alle uns damit auseinandersetzen und das Schema zu durchbrechen um allen Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Klasse gleiche Entwicklung, Entfaltung und Teilhabe zu ermöglichen.

Ergo: Sexismus ist scheiße, Geschlechter gehören abgeschafft!

www.kein-sexismus.de

Gen-Lebensmittel an der Uni Bielefeld

Die großen Agrar-Konzerne versprechen mit ihren genmanipulierten Pflanzen einen ökologischeren Anbau, eine Lösung des Welthungerproblems und höhere Gewinne für die Anbauenden. Letztlich stimmt keines dieser Versprechungen. Die Gentech-Konzerne binden die Bäuer_innen über langfristige Verträge an ihr Saatgut und dazu passende Unkrautvernichtungsmittel, beide sind teurer als nicht manipulierte Produkte. Da mehr von dem Vernichtungsmittel benötigt wird als versprochen, geraten Bäuer_innen in den finanziellen Ruin. In Indien hat dies zu einer Selbstmordwelle geführt.

Gentech-Pollen werden durch Wind, Tiere und Regenwasser überallhin verschleppt und verbreiten sich so im Ökosystem. Auf diese Weise wurden aus Gentech-Nutzpflanzen sogenannte „Super-Unkräuter“, die flächendeckend Kanada und den Norden der USA überziehen. Immer mehr und stärkere Chemikalien sollen die giftresistenten Pflanzen nun unter Kontrolle halten. Gentech-Pflanzen zementieren eine industrielle, auf Monokultur basierende Landwirtschaft, die Auslöser ist für eine gesteigerte Erosion, für die Versalzung der Böden und die Zerstörung der Artenvielfalt.

Landwirtschaftliche Betriebe die gentechfrei bleiben wollen, kriegen – wenn sie in der Nähe von Gen-Feldern anbauen – eine doppelte Rechnung: Auf der einen Seite können sie ihr verunreinigtes Produkt nicht mehr oder nur zu einem schlechteren Preis verkaufen. Auf der anderen Seite werden sie von den Gentech-Konzernen zur Zahlung von Lizenzgebühren gezwungen, weil sie auf ihrem Grund und Boden „heimlich“ patentierte Gentech-Pflanzen angebaut hätten.

Summa Summarum handelt sich bei den gentechnisch veränderten Nutzpflanzen um eine Risikotechnologie, deren Gefahren und Folgen unbekannt und noch nicht vollends erforscht sind.

Direkt auf die Universität Bielefeld bezogen fordert die „grün*alternative linke“: Keine genmanipulierten Produkte in Mensa und Cafeteria!

Mehr Infos:
Aktion Bantam-Mais
foodwatch
Greenpeace – Gentechnik
Percy Schmeiser
Spiegel online zu Selbstmordwelle unter indischen Bauern
Gendreck weg!
Freie Saat!
Informationsdienst Gentechnik
Gentechnik freie Regionen

Atomkraft? – Nein Danke!

Die Uni und das Studentenwerk Bielefeld benötigen unsagbar viel Energie. Der Mamutanteil der Stromversorgung kommt aus Atomkraftwerken (AKW) z.B. aus dem AKW Grohnde, an dem die Stadtwerke Bielefeld beteiligt sind.

Atomenergie gehört abgeschaltet:

  • Atomkraftwerke sind gefährlich,
  • es gibt Alternativen dazu,
  • und alle Pro-Argumente entlarven sich schnell als Mythen oder Propaganda.

Zehn Jahre nach dem sogenannten „Atomkonsens“ sind noch immer 17 Reaktoren am Netz. Getarnt als sogenannte „Brückentechnologie“ wollen Atomkonzerne, CDU/CSU und FDP die gefährlichen Atomanlagen jetzt sogar noch länger laufen lassen. Wir sagen: Nicht mit uns!

Atomkraft schafft Probleme – von Anfang bis Ende:

  • Der Uranabbau vergiftet Boden, Wasser und Luft mit radioaktiven Stoffen.
  • Für die Herstellung der Brennelemente für AKW werden hochgiftige, radioaktive und sogar atombombenfähige Materialen über die ganze Welt transportiert.
  • Atomkraftwerke und andere Atomanlagen geben schon im Normalbetrieb radioaktive Stoffe an die Umgebung ab.
  • Der Super-GAU (größter anzunehmender Unfall) kann jeden Tag passieren. Er bedroht Leben und Gesundheit von Millionen von Menschen und würde riesige Gebiete auf Dauer unbewohnbar machen. (z.B.: 26. April 1986 in Tschernobyl).
  • Die sichere Endlagerung des strahlenden Atommülls für Hunderttausende von Jahren ist weltweit völlig ungelöst.

Deshalb fordern wir den sofortigen Atomausstieg – keine halben Sachen und von der Universität Bielefeld eine nachhaltige Gebäudeisolation, um den Energieverbrauch zu verringern, sowie die Nutzung und Einplanung von regenerativen Energien bei der Umsetzung des Bauprojekts „Lange Lage“!

www.ausgestrahlt.de

Mensaessen und Schutz von Konsument_innen

Zusatzstoffe verleihen den Lebensmitteln auf günstigem Wege Eigenschaften wie eine verlängerte Haltbarkeit, besseres Mundgefühl oder erhöhte Stabilität. Zwar ist ein Großteil der in der europäischen Union zugelassenen Zusatzstoffe gesundheitlich unbedenklich, trotzdem gibt es viele Gründe warum Mensch bestimmte Zutaten nicht essen kann oder möchte: Unverträglichkeiten gegen Inhaltsstoffe wie zum Beispiel Laktose oder Fruktose, Allergien gegen Gluten, Erdnüsse oder Sellerie oder aber der bewusste, freiwillige Verzicht z.B. auf tierische Produkte bei vegitarischer/veganer Lebensweise.

In jedem Fall reichen bereits kleinste Mengen, um gesundheitsgefährdende Allergie- bzw. Unverträglichkeitssymptome auszulösen. Dem Essen in der Mensa sieht man (leider oder zum Glück?) nicht an, was in ihm steckt. Die Verbraucher_innen in der Mensa können hier aber die benötigten Informationen nicht erhalten, um eine fundierte Entscheidung über die Speisewahl treffen zu können.

Daher fordern wir die Kennzeichnung von Lebensmittelzusatzstoffen, enthaltenen Allergenen und Kennzeichnung veganer Speisen für die Menüs in Mensa und Cafeteria.

Mehr Infos:
foodwatch
Verbraucherzentrale NRW

Datenschutz – „Ich hab nichts zu verbergen“

Denkst du das wirklich, dass deine Daten nicht schutzbedürftig sind?

Jüngst sind Fälle bekannt geworden, die zeigen in wie weit wir alle uns fragen müssen ob wir nichts zu verheimlichen haben.

Immer wieder hören wir von Fällen, wo Daten geklaut, verkauft, oder ausspioniert werden und das sogar von staatlicher Seite. Du hast ein Semesterticket, du hast eine Uni-Karte, du hast eine Matrikelnummer, hast du vielleicht auch einen Nebenjob und deine Sozialversicherungsdaten werden an eine zentrale Datensammelstelle (ELENA) weitergegeben?

In der Vergangenheit gab es Spam-Attacken gegen den Uni-Mail-Server. Einige haben tatsächlich auf diese Mails geantwortet und somit den gesamten Mailverkehr der Uni nachhaltig gestört. Das darf nicht passieren.

Vielfältige Daten werden auch in der Uni, in zentralen Datenbanken gesammelt: Deine Einkäufe in der Cafeteria, deine Bücherausleihe, deine Druckaufträge, wer hat aber auf diese Daten Zugriff und wie sicher sind die Daten vor dem Zugriff Dritter?

Es gibt eine Menge Defizite gerade auch bei den Dozent_innen. Wer musste schon mal seinen/ihren Personalausweis vorzeigen bei der Klausureinsicht? Wem ist es nicht schon passiert, dass er/sie von Dozent_innen eine Anwesenheitsliste vorgelegt bekommen hat auf der neben dem Namen die Matrikelnummer stand?

So etwas darf nicht sein! Wir werden konsequent dieses Informationsdefizit aufarbeiten und uns dafür einsetzen, dass nur das wirklich erforderliche Minimum deiner Daten gespeichert wird und das nach Möglichkeit anonymisiert.

Studium, Arbeit, Gewerkschaftsarbeit

Der Großteil der Studierenden ist schon während des Studiums Arbeitnehmer_in, plant zumindest aber nach erfolgreichem Abschluss zu arbeiten. Hochschule und Gewerkschaften sind daher alles andere als Gegensätze, die sich ausschließen, sondern sie gehören eng zusammen. Die zunehmende Ökonomisierung (die wir nicht gutheißen), die auch an den Hochschulen stattfindet, macht eine starke Interessenvertretung unerlässlich. Gewerkschaftsarbeit fungiert dabei auch als Gegenpol zu den wirtschaftlichen Interessen, die an die Hochschule herangetragen werden.

Wir finden es wichtig, dass Gewerkschaften sich auch an der Hochschule einmischen: Bei der direkten Interessenvertretung im Betriebsrat oder arbeitsrechtlichen Beratungen für studentische Hilfskräfte (z.B. mit dem DGB Campus Office), aber auch durch Mitgestaltung z.B. bei der Entwicklung der Rahmenbedingen für Hochschulen. Natürlich müssen und können die aktuellen Handlungsweisen und Ansprüche von Gewerkschaften kritisch hinterfragt werden. Dafür ist es wichtig, auch als Studierende in Diskussion zu treten, sich zu engagieren und eine starke Interessenvertretung aufzubauen.

Mutter-Vater-Kind? – Die angeblich familiengerechte Uni Bielefeld

Dass Studierende, die Kinder groß ziehen oder Familienangehörige pflegen, es schwerer haben als Studierende ohne diese Belastung, steht außer Frage. Seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge hat sich die Belastung aber extrem erhöht. Eine gestiegene Arbeitsbelastung, weniger Flexibilität in der Stundenplangestaltung, Veranstaltungen zu Zeiten, an denen Kindertagesstätten nicht mehr geöffnet haben und ein künstlich erzeugter Studienzeitdruck erschweren die Vereinbarkeit von Familie und Studium. Hinzu kommt ein universitäres System, das nicht bereit ist, auf Probleme einzelner Studierender einzugehen. Studierende mit Familienaufgaben werden in eine Bittstellerposition gedrängt und müssen um Verständnis bitten, wenn sie beispielsweise wegen einer Erkrankung des Kindes nicht an einer Veranstaltung mit Anwesenheitslisten teilnehmen konnten.

Es ist nicht so, dass diese Probleme an der Universität Bielefeld unbekannt sind. Schließlich trägt die Universität das Zertifikat „familiengerechte Hochschule“. Dieses bedeutet allerdings nicht, dass die Hochschule familiengerecht ist, sondern dass sie sich Gedanken macht, wie sie familiengerecht werden könnte. Hierzu werden Ziele formuliert, die in drei Jahren zu erreichen sind. Findet das zertifizierende Unternehmen diese Ziele gut, so erhält die Uni das Zertifikat für 3 Jahre. Dementsprechend werden auch nur Ziele formuliert, die binnen drei Jahren zu erreichen sind.

Zu einer Änderung des mangelnden Problembewusstseins und Verständnis für Studierende mit Familienaufgaben seitens der entscheidenden Personen an der Uni reichen die drei Jahre sicherlich nicht. So wird es noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern, bis Studierende mit Familienaufgaben ohne umfassende Mehrbelastungen studieren können.

Coca-Cola, dem Nestlé-Eis und Co.

Schnell in die Mensa – es gibt Eis zum Nachtisch. Und dann noch was zum Trinken kaufen. Lecker Cola… Klingt Super. Oder was soll so schlimm sein an der Coca-Cola, dem Nestlé-Eis in der Mensa und Co?

Aus den verschiedensten Richtungen hört man immer wieder von den Vorwürfen gegen beide Konzerne. Der Tod vieler Kinder in Afrika und ermordete Gewerkschafter sind da nur die Spitze der Unmenschlichkeit. Auch nachdem Studierende der Uni Bielefeld das Studentenwerk aufgefordert haben, die Produkte aus der Mensa und Caféteria zu entfernen und durch Alternativen zu ersetzen, kommt man nicht um sie herum. Auf Kassenhäuschen, Getränkeautomaten und dem Mensaessen prangern die Logos dieser Firmen. Am Beispiel einiger US-amerikanischer Hochschulen ist jedoch zu sehen, dass es auch anders gehen kann.

Wir sind gegen die Vereinnahmeung der Uni als Dauerwerbefläche! Außerdem fordern wir das Studentenwerk erneut auf Alternativprodukte in Mensa und Cafeteria anzubieten!

killercoke.org

Bildungsstreik – Protest für bessere Bildung

Seit dem Frühjahr 2009 entstand in Bielefeld das sogenannte Bündnis Bielefelder Bildungsstreik, was sich in bundesweiter Vernetzung zur Aufgabe gemacht hatte auf die Missstände des derzeitigen Bildungssystems mit seinen Implikationen und Auswirkungen aufmerksam zu machen, Kritik zu äußern und die Stimme zu erheben.

Das Bündnis organisierte bisher erfolgreich drei Demonstrationen in Bielefeld mit bis zu 5000 Teilnehmer_innen und rückte dadurch zumindest kurzzeitig die Probleme und Ungeheuerlichkeiten des Bildungssystems in das Blickfeld der Öffentlichkeit.

Forderungen für ein besseres Bildungssystem:

  • Eine Schule für alle!
  • Kostenlose Bildung von der Kita bis ans Lebensende!
  • Bildung unabhängig von wirtschaftlichen Interessen!
  • Überwindung des BA/MA-Systems!
  • Ausreichend Ausbildungsplätze mit Übernahmegarantie!
  • Abschaffung der (Kopf-)Noten! Abschaffung des Numerus Clausus!
  • Rücknahme der Schulzeitverkürzung (G8) und der zentralen Prüfungen!
  • Erweiterte Fächervielfalt! Freie Fächerwahl entsprechend den individuellen Lerninteressen!
  • Kleine Kurse und kleine Klassen!
  • Mehr Sozial-, Sonderpädagog_innen und Psycholog_innen an Schulen!
  • Allgemeinpolitische Mitbestimmung für alle Schüler_innen, Auszubildenden und Studierenden!

Die bisherigen Aktivitäten des Bündnisses waren mindestens ein Zeichen dafür, dass viele sich nicht einfach stumm den Spielregeln unterwerfen und an die Unabänderlichkeit des Weltenlaufs glauben. Das Bielefelder Bildungsstreik Bündnis lebt als basisorientierter Zusammenschluss davon, dass du aktiv wirst. Bring dich ein, für bessere Bildung!

www.bildungsstreik-bielefeld.de